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Bewerbungsratgaber für Bewerbungen in Deutschland
Grundsätzliche Informationen zu Bewerbungen erhalten Sie nachfolgend:
Rund um die Bewerbung
- Achten Sie darauf, dass die Mappe in klassischem Design gehalten ist und nicht vom Inhalt ablenkt. Vermeiden Sie es, Seiten zu heften - Bewerbungen werden immer kopiert und Sie ersparen den Mitarbeitern aufwändige Arbeit. Verzichten Sie nach Möglichkeit auch auf zusätzliche Klarsichthüllen u. ä. Keinesfalls Bewerbungsunterlagen lochen - am besten alle Kopien (wenn möglich in Farbe auf gutem Papier) in Clip-Mappen heften (durchsichtig). Als Farbe für die Mappe auf knallige Effekte verzichten - hier bewähren sich eher dunkle und gedeckte Farben (es sei denn, Sie bewerben sich für eine Kreativagentur). Der Lebenslauf und die Kopien wichtiger Zeugnisse und Belege werden eingeheftet. Das Anschreiben liegt - nicht eingeheftet - separat obenauf. Sie können auch die klassichen dreiteiligen Bewerbungsmappen verwenden, hier gehören bei der ausgefalteten Mappe der Lebenslauf auf den mittleren Teil, die Zeugnisse in die Schiene rechts. Dann wird die Mappe von rechts zugeklappt, das Anschreiben liegt dann obenauf und wird mit dem Deckblatt der Mappe von links zugeklappt.
- Die Unterlagen sowie die Mappe sollten keinerlei Fehler aufweisen: Daher immer neue Mappen verwenden, schwarze Ränder bei Kopien und allgemein schlecht zu lesende Kopien vermeiden, selbiges gilt für Tippfehler und Eselsohren! Grundsätzlich hilfreich zur Vermeidung von Rechtschreibfehlern ist es, die Unterlagen von einer anderen Person noch einmal gegenlesen zu lassen.
- Bei Onlinebewerbungen gilt dieselbe Aufmerksamkeit wie bei postalischen Bewerbungen. Wichtig: Anhänge (Zeugnisse etc.) im PDF-Format senden und auf die Gesamtgröße der Anhänge achten. In der Regel sendet man das Anschreiben, den CV und die Zeugnisse jeweils als gesonderten PDF-Anhang. Bitte niemals das Anschreiben in den E-Mail-Textkörper schreiben! Das Anschreiben muss ein eigenes Dokument sein. Den Text im E-Mail-Textkörper kann man relativ kurz halten, z.B.: "Sehr geehrte Frau Müller, gerne möchte ich mich hiermit auf Ihre ausgeschriebene Position als Trainee im Bereich Marketing bewerben. Meine Bewerbungsunterlagen entnehmen Sie bitte dem Anhang. Sollten Sie noch weitere Unterlagen benötigen, kann ich Ihnen diese selbstverständlich zukommen lassen. Für eine kurze Eingangsbestätigung ganz herzlichen Dank. Mit freundlichen Grüßen, Josef Meier."
- a. Anschreiben
Das Anschreiben sollte nicht länger als eine Seite sein. Vermeiden Sie es, Ihren Lebenslauf nachzuerzählen, sondern konzentrieren Sie sich auf die Punkte, die für die Ausschreibung - oder bei Initiativbewerbungen - für das Unternehmen von Interesse sind. Auch wenn es aufwendig ist: Studieren Sie die Seiten des Unternehmens genau. Wie präsentiert es sich? Was sind Visionen, was ist die Philosophie des Unternehmens? Plattformen wie "Xing" ermöglichen es mit Hilfe der Suchfunktion darüber hinaus, sich auch ein Bild von den Mitarbeitern des Unternehmens zu machen. Das Vorgehen der Recherche auf der Homepage des Unternehmens ist wichtig, um die eigene Motivation zu kommunizieren, warum man gerade in dem Unternehmen tätig sein möchte. Hier geht es nicht um das (auch von den Personalverantwortlichen!) gefürchtete "Schleimen", sondern um die Gründe, warum Sie sich eine Tätigkeit dort wirklich vorstellen können.
Beispiel: "Es ist mir wichtig in einem Unternehmen zu arbeiten, das eine Vorreiterstellung in der Entwicklung neuer Technologien und zudem einen ausgezeichneten Ruf genießt. An Unternehmen XY überzeugt mich zudem die Ausrichtung auf Werte wie Umweltbewusstsein und stetige Weiterentwicklung der Mitarbeiter." Greifen Sie sich aus der Stellenausschreibung Punkte heraus, zu denen sich Verbindungen zu Ihren Fähigkeiten, Tätigkeiten und Zielen herstellen lassen. Es kommt nicht darauf an, alle Punkte zu erfüllen und einfach zu schreiben, dass man teamfähig und kreativ ist. Sie sollten diese Punkte (und hierfür genügen maximal drei Anforderungen aus der Ausschreibung) glaubwürdig anhand von praktischen Beispielen belegen.
Als Grobstruktur für das Anschreiben eignet sich folgender Aufbau:
- Datum, Empfänger- und Absenderadresse
- Betreffszeile: Nennen Sie die Stellenanzeige, auf die Sie sich bewerben ohne den Begriff "Betreff", drucken Sie die Zeile einfach fett oder heben Sie sie durch Unterstreichung ab
- Persönliche Anrede des Ansprechpartners (steht meistens auf Ausschreibungen dabei - kann sonst auch telefonisch erfragt werden)
- Hinweis, wo man die Stelle gefunden hat, Ausführung der Motivation für diese Stelle bei diesem Unternehmens (z.B. Kontakt auf Messe, Internetinformationen)
- Darlegen der fachlichen Qualifikationen (zugeschnitten auf die Stelle, an konkreten Beispielen belegen)
- Darlegen der sozialen Kompetenzen (Begründung durch Erfahrungen, z.B. "Teamfähigkeit" durch Zusammenarbeit bei dem Projekt XY)
- Abschlussformulierung
- Ort, Datum, Unterschrift
- b. Lebenslauf
Der Lebenslauf folgt direkt auf das Anschreiben und sollte zwei Seiten nicht überschreiten. Durchgesetzt hat sich die tabellarische Schreibweise, bei der antichronologisch vorgegangen wird - Sie beginnen also mit dem Aktuellsten (in Ihrem Fall wahrscheinlich das Studium). Das mag einem zunächst ungewohnt vorkommen, allerdings nimmt die Aufmerksamkeit des Lesers im Laufe des Dokumentes ab, weshalb es sich bewährt, mit dem Aktuellen zu beginnen und nicht mit dem Schulbesuch. Der Besuch der Grundschule wird grundsätzlich nicht mehr erwähnt. Weiterhin ist folgendes zu berücksichtigen:
- Schreiben Sie kurz, präzise und informativ. Die Gliederung sollte klar strukturiert sein und wesentliche Informationen leicht zugänglich machen.
- Zwischenüberschriften wie "Persönliche Daten, Ausbildung", Praktika / Werkstudententätigkeiten" und "Berufserfahrung" helfen bei der Gliederung.
- Bitte keine Angaben zu Eltern oder Geschwistern machen.
- Zeitangaben jeweils mit Monat/Jahr angeben.
- Bei Lücken im Lebenslauf: Hier ist Feingefühl geboten, da Lücken unterschiedlichste Gründe haben können. Hatten Sie einen Unfall oder eine Krankheit, so können Sie dies auch genauso vermerken, z.B. "08/2005 - 05/2006 Krankheitsbedingter Ausfall nach einem schweren Unfall" Auch die Pflege bedürftiger Familienangehöriger sowie andere mögliche Gründe können Sie auf diese Weise erwähnen. Wichtig: Sie müssen nicht konkret beschreiben, um welche Art Erkrankung es sich handelt! Professioneller wirkt es, z.B. im Anschreiben anzubieten, zu den Hintergründen bei Interesse hierüber telefonisch oder bei einem Gespräch Auskunft zu geben. Haben die Lücken aber ganz andere Gründe, z.B. längere Reisen, so können Sie auch diese dort aufführen. Wünschenswert wäre natürlich, wenn die Reise z.B. mit einem Sprachkurs o. ä. verbunden war und es sich nicht ausschließlich um die Rucksacktour durch Thailand handelt. Wenn Sie eine Lücke zwischen Abitur und Studium zu füllen haben, schreiben Sie auf keinen Fall gar nichts. Weichen Sie stattdessen auf Formulieren wie "Berufliche Orientierung", "Bewerbungsphase für verschiedene Studiengänge", "Eigenständige Weiterbildung im Bereich XY" aus.
- Eventuelle Parteizugehörigkeiten, Mitgliedschaften in Gewerkschaften sowie lebensgefährliche Hobbies haben im Lebenslauf nichts zu suchen.
- IT/DV- und Sprachkenntnisse mit dem jeweiligen Qualifikationsgrad aufführen (Basics, Fortgeschritten, …)
- Es ist keine Pflicht, ein Bewerbungsfoto einzufügen - für Positionen in Deutschland bzw. bei deutschen Unternehmen aber unbedingt empfohlen. Verzichten Sie auf Automatenbilder - auch Fotos aus offensichtlichen Freizeitaktivitäten kommen allenfalls bei einer Werbeagentur gut an. Investieren Sie in einen Fotografen, der klassische Bewerbungsfotos in einem angemessenen Outfit von Ihnen macht: Das bedeutet Anzug und Hemd bzw. Bluse und Blazer. Die meisten Fotografen verkaufen die Bilder auch digital, was aus Qualitätsgründen dem Einscannen unbedingt vorzuziehen ist. Das Foto wird entweder auf einem Deckblatt des Lebenslauf zusammen mit den Persönlichen Angaben oder aber auf der ersten Seite des Lebenslaufs rechts oben platziert. Ob Farbe oder schwarzweiß bleibt dem persönlichen Geschmack überlassen.
- Versehen Sie den Lebenslauf ebenfalls mit einem aktuellen Datum (sollte dasselbe Datum des Anschreibens sein).
- Das Design des Lebenslaufs darf ruhig eine individuelle Note bekommen - übertreiben Sie aber nicht mit Effekten. Meist genügt es schon, mit gedeckten Farben, Linien, Unterstreichungen usw. zu variieren. Ganz schmucklos sollte der CV nicht sein - mit einer langweiligen Aneinanderreihung von Spiegelstrichen und die klassische Times New Roman in Schriftgröße 12 fallen Sie niemandem mehr auf.
- c. Motivationsschreiben oder "die dritte Seite"
Das Motivationsschreiben kommt immer mehr in Mode, ist aber kein "Muss". Vielmehr handelt es sich hierbei um eine Art Zusatzleistung des Bewerbers, wo noch einmal - ähnlich dem Anschreiben - die persönliche Eignung und Motivation dargestellt wird. Das Motivationsschreiben findet sich als sog. "dritte Seite" hinter dem Anschreiben und dem Lebenslauf. Üblich ist die Form eines Essays, in dem Sie sich frei formuliert über Ihre Fähigkeiten und Beweggründe äußern. Typische Überschriften sind z.B. "Was Sie außerdem über mich wissen sollten" oder "Zu meiner Motivation". Sinn macht ein solches Motivationsschreiben nur, wenn Sie aus diversen Gründen außerordentlich gut für eine Stelle geeignet sind und dies noch mal gesondert herausstellen möchten, da es im Anschreiben vielleicht unpassend wirkt. Manche gehen auch dazu über, auf dieser Seite noch mal kurz und knapp Ihre fachlichen Qualifikationen und Soft Skills zusammenzustellen. Ob so eine dritte Seite für die eigene Bewerbung eher eine Bereicherung oder überflüssig ist, muss für den Einzelfall entschieden werden. Verpflichtend ist sie aber nicht.
Unter Anlagen versteht man unter anderem Zeugnisse, Notenübersicht, Praktikumsberichte, Weiterbildungsnachweise etc.
- Anlagen werden so angeordnet, wie sie im Lebenslauf genannt werden (i.d.R. das aktuellste Zuerst). Bitte nach Möglichkeit keine doppelseitigen Kopien beifügen und auf Klarsichtfolien, Büroklammern, gelochte und getackerte Seiten verzichten.
- Alle im Lebenslauf aufgeführten Tätigkeiten sollten mit Zeugnissen oder Bescheinigungen belegt sein. Wichtig: Die meisten Unternehmen bestehen auch auf das Abiturzeugnis.
- Ein Trennblatt "Anlagen" sorgt bei einer großen Menge von Zeugnissen für bessere Übersichtlichkeit - bei mehreren Anlagen ist eine Anlagenübersicht als Zwischenblatt sinnvoll.
Vor dem Gespräch
- Für den Termin danken und diesen bestätigen, bei Bedarf Anfahrtsinfos einholen. Für den Fall ungeplanter Verspätungen unbedingt Nummer der Ansprechpartner parat haben, um kurzfristig anrufen zu können.
- Angemessene Kleidung (d.h. in der Regel Anzug bzw. Kostüm, keine offenen Schuhe. Für Frauen: Auch im Sommer wird zu Röcken stets eine Strumpfhose (dann meist hell) getragen.
- Infos über die jeweilige Firma sammeln und selbst einige notierte Fragen mitnehmen. Achten Sie darauf, dass Sie eine ordentliche Tasche mitnehmen und Block sowie Stift von guter Qualität sind.
Häufig gestellte Fragen
- "Erzählen Sie etwas von sich". Diese Frage zielt auf eine Zusammenfassung wesentlicher Stationen Ihres Lebenslaufes ab. Machen Sie nicht den Fehler, mit Ihrer Geburt im Dorf XY zu beginnen! Auch hier gilt die antichronologische Reihenfolge: Beginnen Sie mit Ihrem Studium, führen Sie Ihre Schwerpunkte aus und leiten Sie zu Ihren Qualifikationen und Ihrem Interesse an der Position über.
- "Warum haben Sie sich für das Studium entschieden?" Sollten Sie über Umwege zu dem Studium gekommen sein - hier haben Sie Gelegenheit, Ihre letztendliche Wahl zu begründen. Im Falle eines geradlinigen CVs können Sie auf Ihr frühes Interesse an den studienrelevanten Themen eingehen.
- "Was sind Ihre Stärken/Schwächen, beschreiben Sie Erfolge/ Misserfolge". Hier keine Aufzählung von Stärken betreiben, lieber eine Stärke und eine Schwäche ausführen, an der Sie aber arbeiten und die "verzeihlich" ist. Absolute Don'ts sind Antworten wie "Ungeduld" (hören Personaler ständig) und flapsige, gewollt witzige Antworten wie "Schokolade". Fragt man Sie nach einem Erfolg/Misserfolg, so können Sie, wenn Sie noch nicht viel praktische Erfahrung haben, auch Beispiele aus dem Studium oder aus Ihren Hobbies/Sport heranziehen.
- "Wo wollen Sie in fünf Jahren stehen?" Über diese Frage sollten Sie sich tatsächlich im Vorfeld schon Gedanken machen. "In fünf Jahren sehe ich mich als glückliche/r Vater/Mutter einer Großfamilie." ist sicher nicht die passende Antwort. Hier möchte man vielmehr von Ihnen wissen, wie zielstrebig Sie sind und ob Sie langfristig auch Führungspositionen anstreben. "In fünf Jahren möchte ich mich gerne als Verantwortliche/r/Leiter/in eines (Teil-)Projektes/eines kleinen Teams sehen", wären hier z.B. geeignete Antworten.
- "Was können Sie für uns leisten?/ Warum glauben Sie, passen Sie zu uns? Warum möchten Sie in unserem Unternehmen arbeiten - was motiviert Sie?" Zu diesen Punkten haben Sie sich ja im Anschreiben schon Gedanken gemacht - die dort verwendeten Argumente können Sie auch hier wieder aufgreifen. Wenn Ihnen vorher Ihr Arbeitsbereich beschrieben wurde - nehmen Sie konkrete Beispiele heraus und schildern Sie, mit welchen Fähigkeiten oder bisherigen Erfahrungen aus vielleicht ähnlichen Aufgaben Sie das Unternehmen unterstützen können.
- "Erklären sie mir, warum wir uns ausgerechnet für sie entscheiden sollten?" Jetzt keine falsche Zurückhaltung zeigen. Sind Sie hier zu bescheiden, haben Sie eine Chance verspielt. Allerdings sollten Sie auch nicht arrogant und überheblich herüberkommen. Eine gesunde Selbstüberzeugung ist hier der richtige Weg. Sie sind der/die richtige für den Job, weil Sie (optimalerweise) Vorerfahrung für den Bereich mitbringen, sich darauf freuen, mir Ihren Kenntnissen und Fähigkeiten dem Unternehmen zum Erfolg zu verhelfen und hoch motiviert sind, sich in die Themenstellungen einzuarbeiten! Sollten diese Punkte nicht zutreffen, sollten Sie sich auch ehrlich fragen, ob Sie mit der Position wirklich glücklich werden oder sich nicht doch nach etwas anderem umschauen sollten. Spätestens nach den ersten Tagen zeigt sich ohnehin, ob Sie eher halbherzig bei der Sache oder von der richtigen Wahl Ihrer Tätigkeit überzeugt sind.
- "Was versprechen sie sich von der Stelle und unserem Unternehmen?" Mit dieser Frage möchte man zum einen erfahren, inwieweit Sie sich mit der Firma schon auseinandergesetzt haben - zum anderen tatsächlich Missverständnissen bezüglich der Erwartungen von beiden Seiten vorbeugen. Erzählen Sie daher, wie Sie das Unternehmen sehen und was Sie daran begeistert und gehen Sie auch darauf ein, wie Sie sich Ihre Tätigkeit dort vorstellen. Bitten Sie auch um Feedback, ob Sie mit Ihrer Einschätzung richtig liegen - so können Sie bösen Überraschungen vorbeugen.
- "Was wissen Sie über unsere Firma?" Darüber haben Sie sich im Vorfeld ja schon informiert - gehen Sie auf die wichtigsten Punkte ein und versuchen Sie, mit möglichst neuen Infos über Projekte aus der Sie betreffenden Abteilung zu punkten.
- "Wie gut sind Ihre PC-Kenntnisse?" Hier können Sie neben Ihren üblichen PC-Kenntnissen auch mögliche Fort-/Weiterbildungen/SAP-Kurse erwähnen.
- "Haben Sie sich auch bei anderen Unternehmen beworben?" Zwar müssen Sie auf diese Frage nicht antworten, es wirkt aber ohnehin, als hätten Sie etwas zu verbergen, wenn Sie es nicht tun. Sollten Sie es tatsächlich nur bei dem Unternehmen versucht haben, sagen Sie es und unterstreichen Sie noch mal, dass das Unternehmen die absolute Priorität für Sie hat und Sie nur als "Back Up" andere Firmen in Erwägung ziehen. Haben Sie parallel mehrere Bewerbungen laufen, können Sie antworten, dass Sie sich auch noch anderweitig beworben haben. Das erhöht den Druck auf das Unternehmen - schließlich könnte die Konkurrenz Sie ja vorher für sich gewinnen. Sagen Sie aber (auch auf Nachfrage) nicht, wo Sie sich noch beworben haben. Sie können ausweichen, indem Sie höflich sagen: "Ich habe mich bei Unternehmen beworben, die von der Thematik her ähnlich aufgestellt sind, da es mein Ziel ist, im Bereich XY einzusteigen. Eine Einstellung bei Ihnen würde ich aber den anderen auf jeden Fall vorziehen (sofern Sie das zu dem Zeitpunkt schon wissen)".
- "Wie sind Sie auf unser Unternehmen aufmerksam geworden?" Hier können Sie alles anführen, was dazu geführt hat, dass Sie sich für das Unternehmen interessieren, seien es Gastvorträge an der Uni, Kontakt auf Messen, etc.
Weitere Tipps:
- Bleiben Sie stets freundlich und beobachten Sie Ihr Gegenüber. Aus der Mimik lässt sich meist schon einiges ablesen. Wenn Sie Fragen nicht verstehen, fragen Sie nochmals nach.
- Haben Sie für den Fall, dass noch jemand weiteres dazukommt, Ihre Unterlagen in Kopie noch einmal parat und nehmen Sie etwas zum Schreiben mit. Notieren Sie sich im Vorfeld Ihre Fragen.
- Holen Sie sich im Vorfeld die Information ein, wer voraussichtlich an dem Gespräch teilnehmen wird. So können Sie schon einmal in Ruhe etwas recherchieren und wissen, wer Ihnen an dem Tag gegenüber sitzen wird.
- Manchmal werden so genannte "Stressgespräche" geführt. Hier gilt es, Ruhe zu bewahren und sich nicht verrückt machen zu lassen. Sollten Fragen zu sehr ins Private (z.B. Familienverhältnisse, Krankheiten, Parteizugehörigkeit, etc.) abzielen - stellen Sie einfach eine Gegenfrage in der Form, dass Sie wissen möchten, was diese Information mit Ihrer Anstellung zu tun haben wird. Sie müssen nicht alles preisgeben! Selten werden auch störende Einflüsse provoziert (offene Fenster trotz starken Windes, klingelndes Telefon, etc.). Hier ist etwas Feingefühl gefragt: Sie können fragen, ob Sie vielleicht das Fenster schließen sollen, im Falle eines Telefonates höflich fragen, ob Sie vielleicht der Diskretion halber aus dem Raum gehen sollen. Werden Sie absichtlich häufig unterbrochen, lassen Sie sich nicht aus der Ruhe bringen und bringen Sie Ihre Ausführungen soweit möglich zum Ende. Verlieren Sie nicht die Fassung und bleiben Sie stets höflich!
- Bei der Frage nach schlechte Noten nicht ausweichen, sondern schlicht zugeben, woran es gelegen hat, wobei Punkte wie "Faulheit", "ich lag lieber in der Sonne als zu lernen" unbedingt vermieden werden sollen. Prüfungsangst, ein schlechter Tag, ein Thema, das Ihnen nicht gelegen hat, sind menschliche Gründe. Schieben Sie es nicht auf den Professor, mit dem vielleicht "sowieso keiner zurechtkommt" - das interessiert die Personaler nicht und wirkt eher so, als würden Sie für eigene Fehler stets andere beschuldigen. Zeigen Sie zugleich, dass Sie aber daran arbeiten, die Gründe für die schlechte Note zu reduzieren (Nachhilfe, Entspannungstechniken, etc.).
- Auch Sie dürfen und sollen Fragen stellen. Sie brauchen nicht passiv den Fragenkatalog über sich ergehen lassen - Sie möchten ja schließlich auch etwas über Ihre Aufgaben wissen! Fragen, die auch Ihr Interesse an der Position noch einmal unterstreichen, könnten z.B. sein:
- Wo werde ich mit meinen Aufgaben aufgehängt sein?
- Wer werden meine Kollegen sein?
- Wie groß ist das Team und wie sind die Aufgaben verteilt?
- Wie wird der potenzielle Arbeitsplatz aussehen?
- Wenn Sie Fragen zu Ihrer Gehaltseinschätzung gestellt bekommen, so ist es wichtig, ob es sich um eine Festanstellung oder um ein Praktikum/eine Werkstudententätigkeit/Trainee handelt. Für letztere sind die Gehälter in der Regel nämlich schon festgelegt - meistens kann man über Foren oder das eigene Netzwerk hier schon eine ungefähre Gehaltsklasse erfahren. Wenn es um eine Festanstellung geht und Sie keine Vergleichsmöglichkeit haben: Informieren Sie sich, wie hoch Einstiegsgehälter für Personen mit Ihren Qualifikationen liegen. Berücksichtigen Sie aber auch immer Art und Größe des Unternehmens! Beratungen zahlen meist mehr, kleine Unternehmen weniger als große. Geben Sie Ihre Vorstellung stets in Spannen an (z.B. 40-43 Tausend/Jahr) und fragen Sie, ob es Sonderzuwendungen gibt, die Sie bei Ihrer Angabe mit berücksichtigen müssten.
Größere Unternehmen veranstalten in Ergänzung zum Vorstellungsgespräch die ACs. Mittlerweile erlaubt die zielgerichtete Literatur auf dem Markt eine gute Vorbereitung, die für diesen Fall auch dringend empfohlen wird. Bestandteile eines AC sind in der Regel: Rollenspiele, Planspiele, Gruppendiskussionen, Einzelvorträge, Fallstudien und psychologische Testverfahren.
Literaturempfehlung:
- Beitz, Loch: Assessment Center: Erfolgstipps und Übungen für Bewerber
Sollten Sie über die Hinweise hinaus individuelle Fragen haben, können Sie gerne einen persönlichen Termin vereinbaren.
2. Frequently Asked Questions
a) Wie viel Geld kann ich in einem Praktikum erwarten?
Ein Praktikumsgehalt bewegt sich in der Regel von 400.- bis zu 600,- € pro Monat. Ausschlaggebend ist auch hier die Branche. Bei Praktika im Medien-/Agenturbereich sind häufig auch noch unbezahlte Praktika üblich. Bis zum Betrag von € 400,- fällt das Praktikum unter die Minijob-Regelung, d.h. es müssen keine Sozialabgaben durch den Praktikanten bezahlt werden. Größere Unternehmen bieten auch durchaus Gehälter von € 800,- pro Monat an, dies ist aber nicht die Regel. Hier muss darauf geachtet werden, dass im Falle einer gesetzlichen Krankenversicherung der Studentenstatus nicht verloren geht - dies bitte im Vorfeld mit der Krankenkasse klären.Wenn Sie zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen werden und den Eindruck erhalten, dass man von Ihnen überzeugt ist, können Sie die Frage der Vergütung anschneiden. Auf keinen Fall schon zu Gesprächsbeginn, das würde ein schlechtes Licht auf Ihre Motivation werfen - ebenso wie Fragen zum Arbeitszeitbeginn und zur Regelung der Urlaubstage. Man kann auch weitere Unterstützungen wie Fahrgeld, Essenszuschüsse u. a. ansprechen, viele Firmen besitzen solche Angebote und helfen zudem bei der Wohnungssuche, wenn für das Praktikum ein Ortswechsel vollzogen werden muss.
b) Wie viele Praktika sollte ich im Laufe des Studiums absolvieren?
Zwei bis drei genügen - dies hängt auch davon ab, ob Sie parallel zum Studium vielleicht ohnehin eine Werkstudententätigkeit ausüben. Auslandspraktika sind z.B. eine gute Möglichkeit, die eigene Flexibilität unter Beweis zu stellen und die Anforderung eines Auslandsaufenthaltes mit einem Praktikum zu unterstützen. Wenigere, aber dafür qualifizierte Praktika machen sich im Lebenslauf meistens besser.
c) Wann und wie lange Praktika/Werksstudententätigkeit absolvieren?
Praktika sollten Sie wenn möglich in den Semesterferien absolvieren. Da die Unternehmen i.d.R. eine Mindestpraktikumsdauer von 4-6 Monaten fordern, ist dies jedoch meist nur mit einem Urlaubssemester machbar. Zwei Monate sind meist zu kurz (Ausnahme: Beratungen, da Sie dort für die Zeit in einem Projekt einsetzt werden). Die Firma zahlt letzten Endes mehr für Ihre Einarbeitung und den Betreuungsaufwand und kann Ihnen in dieser kurzen Zeit keine verantwortungsvollen Aufgaben übertragen.
d) Wo finde ich ausgeschriebene Praktika?
Praktikumsplätze werden oft auf den Internetseiten der Firmen angeboten, zudem gibt es gesammelte Praktikumsbörsen online, z.B. unter www.tum.de/jobboerse oder www.bonding.de
e) Was ist beim Praktikumszeugnis zu beachten?
Grundsätzlich gibt es den Unterschied zwischen einem so genannten "einfachen" oder einem "qualifizierten" Arbeitszeugnis. Das einfache Arbeitszeugnis ähnelt eher einer Art Praktikumsbestätigung, enthält also keine besonders aussagekräftigen Informationen, sondern nur Dauer, Firma, usw. Die Arbeitgeber sind nur auf Anfrage verpflichtet, die qualifizierten Arbeitszeugnisse auszustellen, allerdings müssen hierfür auch ein gewisser Mindestzeitraum und ein ausreichender Anspruch an die Tätigkeit gegeben sein. Daher bevorzugt nach einem qualifizierten Arbeitszeugnis fragen. Handelt es sich allerdings eher um eine Tätigkeit als beispielsweise Fabrikaushilfe, wäre davon abzusehen, da es hierfür in der Regel nur die bereits erwähnten Bescheinigungen gibt. Das qualifizierte Zeugnis sollte neben den Angaben zu Ihrer Person und des Einsatzzeitraumes auch eine Beschreibung Ihrer Tätigkeiten enthalten sowie mindestens eine Bewertung folgender Punkte:
- Fähigkeiten
- Leistungen
- Engagement
- Verhalten gegenüber Vorgesetzten und Mitarbeitern
- Grund des Ausscheidens
- Abschiedsfloskel (Bedauern des Ausscheidens und beste Wünsche für die Zukunft. Einige Firmen sind dazu übergegangen, Bewertungsbögen zu erstellen, bei denen auf einer Skala die entsprechende Einstufung angekreuzt wird. Auch so etwas zählt in dem Sinne zu einem qualifizierten Arbeitszeugnis.Die viel gefürchtete "Geheimsprache" in Arbeitszeugnissen existiert tatsächlich - daher wenn möglich vorher einen Entwurf schicken lassen. Informationen hierzu finden Sie unter: http://www.bewerbung-forum.de/arbeitszeugnis.html
f) Werden auch Praktika ins Ausland vermittelt?
Praktika ins Ausland werden über das CSC in der Regel leider nicht vermittelt. Wenn Sie sich dafür interessieren, wenden Sie sich bitte an die Referentin des Auslandsbeauftragten Frau Ute Helfers, die Ihnen hierbei weiterhelfen kann. Infos und Kontaktdaten finden Sie unterhttp://www.wi.tum.de/studium/auslandsstudium. Im Einzelfall gibt es auch Stellenausschreibungen der Kooperationspartner mit Einsatzorten im Ausland, auf diese kann man sich natürlich direkt über das CSC bewerben.
g) Wie lange muss ich mich im Vorfeld für eine Tätigkeit/Abschlussarbeit bewerben?
Sie sollten sich mindestens zwei Monate im Voraus bewerben, idealerweise früher. Somit bewerben Sie sich früh genug, wenn Sie beispielsweise ein Praktikum zu Beginn der nächsten Semesterferien anfangen möchten.
h) Was soll im Motivationsschreiben stehen, wenn ich mich nicht gezielt auf eine Stelle bewerbe?
Wenn Sie sich initiativ über das CSC bewerben und keine gezielte Stelle im Auge haben, stellen Sie sich im Motivationsschreiben vor und beschreiben Ihren Studiengang (Semesterzahl, Techniknebenfach, Schwerpunkte). Machen Sie deutlich, in welchem Bereich Sie gerne Ihre theoretischen Kenntnisse praktisch umsetzen möchten und erwähnen Sie auf jeden Fall frühere Berufstätigkeiten (wie z.B. Nebenjobs während der Schulzeit, gegebenenfalls Projektstudium, bei MBAs vorheriges Studium/vorherige(r) Arbeitgeber). Heben Sie zudem Ihre persönlichen Eigenschaften hervor, die Sie als besonders herausragenden Mitarbeiter qualifizieren. Bleiben Sie bei diesen Eigenschaften bitte bei der Wahrheit und konzentrieren Sie sich auf Ihre wirklich vorhandenen Stärken. Schreiben Sie z.B. nicht "Ich bin außergewöhnlich teamfähig", wenn Sie eigentlich Projekte lieber alleine bewältigen.
i) Muss ich ein Anschreiben beifügen?
Ja, Sie sollten unbedingt ein Anschreiben erstellen. Zwar gilt die Bewerbung über das CSC im Grunde schon als Empfehlung - es entsteht aber immer ein schlechter Eindruck, wenn das Anschreiben nur sehr kurz ausfällt oder ganz fehlt. Optimal ist bis eine halbe bis zu einer Seite. Wenn Sie sich für ein Beratungsunternehmen bewerben möchten, können Sie das Anschreiben auch auf Englisch verfassen oder eine englische Version mit anhängen.
j) Wie wichtig ist ein Foto in den Unterlagen?
In Deutschland wird in den meisten Unternehmen nach wie vor ein Bewerbungsfoto erwartet, während in anderen Ländern ein Bild sogar verboten ist (widerspricht der Gleichbehandlung). In deutschen Unternehmen jedoch ist ein Bild unbedingt zu empfehlen. Bitte achten Sie darauf, dass das Foto optimalerweise von einem Profi erstellt wurde - und Sie entsprechend in Anzug/Kostüm gekleidet sind. Bitte KEINE freizeitorientierten Fotos beifügen, auch wenn die Verführung groß ist, sich auf diese Art von der Masse abzuheben. Eine Ausnahme bilden hier höchstens Kreativ - bzw. Werbeagenturen.
Praktika bei unseren Kooperationsunternehmen sind meist ausschließlich in Vollzeit möglich. Im Rahmen der Umstellung auf die Bachelor-/ Masterstudiengänge ist es im Einzelfall möglich, sog. "Teilzeit-Praktika" zu absolvieren, bei denen in den Semsterferien Vollzeit und während des Semesters Teilzeit das Praktikum abgeleistet wird. Solche Teilzeit-Praktika werden z.B. von BMW angeboten.
Werkstudententätigkeiten können üblicherweise zehn bis maximal 20 Stunden pro Woche semesterbegleitend ausgeübt werden.